Wie bereite ich mich auf eine Studio-Session vor?

Das Studio ist ein toller Ort für viele kreative Einfälle, und es gibt fast nichts, was es in einem Tonstudio nicht gibt. Eigentlich sind es nur drei Sachen, die man während einer Studioproduktion nicht machen kann:

  1. Dein Instrument oder Equiment reparieren (oder noch schlimmer: suchen). Braucht kein Mensch. Muss ja auch nicht, denn du kommst natürlich mit einem optimal eingestellten und intonierten Instrument mit frischen Saiten, eingespielten Lieblings-Blättern und geölten Ventilen, aber ohne klappernde Klappen. Du hast natürlich Fußbänkchen, Kinnstütze, Sticks, Mallets, Stimmschlüssel, Notenständer, Noten, Bogen, Korkfett, Kolophonium und was du sonst noch brauchst dabei. Speziell für die Rockgitarristen: Dein Verstärker hat frische Röhren und brummt nicht, deine Potis kratzen nicht, und deine Klinkenbuchse sitzt stramm. Deine Kabel sind hochwertig und getestet, Batterien sind alle frisch, Ersatz ist eingepackt, und du hast natürlich wo es geht Netzteile am Start.
  2. Üben. Geht gar nicht. Wenn du im Studio bist, musst du dein Zeug drauf haben. Und zwar richtig. Klar, man kann kleinere Sachen ausbessern. Aber Studio ist stressig - rechne nicht damit, dass du alles so sicher spielen kannst wie zu Hause oder im Unterricht. Sei deiner Sache absolut sicher. Suche nicht dein schwerstes Stück zum Aufnehmen aus, sondern dein schönstes - Musik ist kein Leistungssport.
  3. Rausfinden, was man eigentlich will, oder ein Stück erst "zu Ende komponieren". Klar, die Stars mieten sich ein halbes Jahr ein Studio und machen so was. Aber das ist kein Zeichen von Professionalität, sondern von zu viel Geld und zu wenig Plan.

Wenn du Studioerfahrung hast: überlege genau, was und wie Du aufnehmen willst: alle gemeinsam, oder "basic tracks" und "overdubs". Alle in einem Raum, oder getrennt, mit Kopfhörer oder ohne? Mit "click" oder frei?

Wenn du keine Studioerfahrung hast: wisse genau, was du aufnehmen willst, erklär es der Aufnahmeleiterin, und lass dir dann genau erklären, wie man das am Besten umsetzen kann. Überlege dir, was für dich beim Musizieren wichtig ist: auf welche anderen MusikerInnen in deinem Ensemble hörst du besonders, wen musst du sehen, wie müsst ihr aufgestellt sein? Wenn du Pop-Musik einspielen willst: hast du Erfahrung, zum "click" zu spielen? Wenn nein: beginne viele Wochen vor der Aufnahme, gezielt mit Metronom zu üben.

Wenn du mehrere Stücke einspielen willst: beginne mit einem einfachen - im Studio muss man erst mal warmlaufen. Aber lass dir die schweren Brocken auch nicht bis ganz zum Schluss.

In jedem Fall ist es sehr wichtig, vorher mit Deinem Toningenieur oder Deiner Aufnahmeleiterin alle Details durchzusprechen, damit jeder weiß, wo's langgeht, wenn's losgeht.