Stadt Löhne - Biologische Vielfalt

Schrift
> home > Leben in Löhne > Umwelt, Abfall und Klima > Natur und Landschaft > Biologische Vielfalt

Inhaltsbereich

Biologische Vielfalt

Was ist biologische Vielfalt?
Kornblumen am Wegesrand

Die biologische Vielfalt oder auch Biodiversität umfasst die Vielfalt an Arten und Lebensräumen wie auch die genetische Vielfalt innerhalb der einzelnen Tier- und Pflanzenarten. Alle drei Bereiche sind eng miteinander verknüpft und wirken auf einander ein.

Deutschland beherbergt aufgrund seiner Lage in Mitteleuropa, die von den Eiszeiten beeinflusst wurde, insgesamt nicht so viele Arten wie tropische Länder. Bei uns kommen ca. 28.000 Pflanzen- und Pilzarten, von weltweit ca. 415.000 Arten und ca. 48.000 Tierarten von weltweit ca. 1,4 Millionen Arten vor.

Zurzeit verschwindet die biologische Vielfalt weltweit in einer Geschwindigkeit, wie sie in der Geschichte vorher nicht beobachtet wurde. Nach Angaben der Weltnaturschutzorganisation IUCN sind derzeit weltweit mehr als 16.000 Arten vom Aussterben bedroht, darunter etwa 25 % aller Säugetiere, etwa 33 % aller Amphibienarten und 12 % der Vogelarten. Bei den Ökosystemen zeigt sich ein ähnliches Bild: jährlich wird z.B. eine Waldfläche von 13 Millionen Hektar zerstört.

Deutschland stellt keine Ausnahme dar, um unsere heimische Natur ist es nicht gut bestellt: Laut der in 2009 veröffentlichten Neufassung der Roten Liste der gefährdeten Biotoptypen gelten 72 % aller Lebensraumtypen als gefährdet oder sogar als akut von Vernichtung bedroht. Von den heimischen Tierarten sind 35 %, von den Pflanzenarten 26 % bestandsgefährdet.

Der Verlust an biologischer Vielfalt ist besorgniserregend. Die biologische Vielfalt sorgt für die Grundlagen der menschlichen Existenz. Die Natur liefert Nahrung, sauberes Wasser, fruchtbare Böden, Brennstoffe und Medikamente. Insekten sichern durch ihre Bestäubungstätigkeit die Ernten. Wälder schützen vor Überschwemmungen, speichern große Mengen Kohlendioxid, produzieren Sauerstoff und wirken damit gegen den Klimawandel.

Was passiert auf nationaler Ebene?
Mit der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt hat die Bundesregierung im Jahr 2007 ein umfassendes Konzept vorgelegt, mit dem eine Trendwende beim Verlust der biologischen Vielfalt in Deutschland erreicht werden soll. Ziel ist der Schutz von Arten und Lebensräumen, eine nachhaltigere Nutzung der biologischen Vielfalt sowie die damit verbundene Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung.
Biodiversitätsstrategie NRW

Im Januar 2015 hat die Landesregierung nach Auswertung der Verbändeanhörung die nordrhein-westfälische Biodiversitätsstrategie verabschiedet. Die Strategie zum Schutz der Arten- und Lebensraumvielfalt und des „wilden NRW“ beschreibt den derzeitigen Ist-Zustand der Natur- und Lebensräume in NRW und konkrete Maßnahmen für einen ambitionierten Biodiversitätsschutz für das nächste Jahrzehnt.

In NRW leben über 43.000 verschiedene Tier-, Pilz- und Pflanzenarten. Dieser Artenreichtum ist die Folge des Nebeneinanders zweier großer, sehr verschiedener naturräume: Dem atlantisch geprägten Tiefland und dem kontinental geprägten Bergland. Das Naturerbe zu erhalten, so beschreibt es die Landesregierung, ist eine Herkulesaufgabe, denn auch in NRW konnte bisher das Artensterben nicht aufgehalten werden. Etwa 45 % der untersuchten Tier- und Pflanzenarten sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben.

Das NRW Umweltministerium will dem fortschreitenden Verlust der biologischen Vielfalt mit der neuen Biodiversitätsstrategie NRW und einem neuen Landesnaturschutzgesetz entgegenwirken.

www.wildes.nrw.de

https://www.umwelt.nrw.de/natur-wald/natur/biologische-vielfalt-und-biodiversitaetsstrategie-nrw/

Umsetzung in den Kommunen

Den Kommunen wie auch der Stadt Löhne kommt bei der Umsetzung dieser nationalen Ziele eine herausragende Bedeutung zu. Sie tragen vor Ort zur Bewusstseinsbildung der Bürgerinnen und Bürger bei und können beispielsweise im Rahmen eines ökologischen Grünflächenmanagements, des Arten- und Biotopschutzes, von Gewässerrenaturierungen, einer naturnahen Waldbewirtschaftung oder durch Festsetzungen in der Bauleitplanung konkrete Beiträge zum Erhalt der Biologischen Vielfalt leisten.

Biologische Vielfalt in Löhne

Deklaration Biologische Vielfalt
Im Januar 2011 hat die Stadt Löhne die Deklaration Biologische Vielfalt unterzeichnet und erklärt damit, die Erhaltung der biologischen Vielfalt als Grundlage einer nachhaltigen Stadt- und Gemeindeentwicklung künftig verstärkt zu berücksichtigen. Außerdem ist die Stadt Löhne dem Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ beigetreten. Dieses Bündnis soll eine Plattform für die interkommunale Zusammenarbeit bilden, die inhaltliche Arbeit in den Kommunen unterstützen und kommunale Interessen und Bedürfnisse in politische Prozesse hinein vermitteln.
Arbeitskreis Biodiversität

Um die inhaltliche Arbeit im Bereich der biologischen Vielfalt voranzutreiben hat sich außerdem in Löhne im November 2010 der „Arbeitskreis Biodiversität“ gegründet. Der Arbeitskreis setzt sich aus Vertretern bzw. Vertreterinnen der Löhner Verwaltung, der Unteren Landschaftsbehörde, den Umweltverbänden, der Landwirtschaft, dem Hegering, den Angelvereinen, den Imkern und der Löhner Bürgerschaft zusammen. Interessierte können gern zu den Arbeitskreistreffen hinzukommen. Der Arbeitskreis trifft sich 2-3x im Jahr.

Zurzeit arbeitet der AK Biodiversität an folgenden Themenbereichen:

  • Anleinpflicht für Hunde im Bereich der Werrerad- und Wanderwege
  • Kartierung des Rebhuhnvorkommens in Löhne
  • Entwicklung von Straßenseitenflächen – Erhöhung der Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren durch Änderung des Mährhythmus
  • Öffentlichkeitsarbeit, Inforeihe „Naturtipps“

Neues Projekt des Arbeitskreises Biodiversität in 2015

Anlage von Staudenmischpflanzen sowie Aussaat von Wildsamenmischungen

Die „Arbeitsgruppe Innenstadt“ des Arbeitskreises Biodiversität, in welcher sich Löhner Bürgerinnen und Bürger für den praktischen Naturschutz engagieren, hat in der Löhner Innenstadt zwei städtische Beete ökologisch umgestaltet und mit heimischen Stauden bepflanzt.

Eine genaue Anleitung für die Herstellung der Beete sowie eine Auflistung der gepflanzten Stauden kann beim Amt für Stadtentwicklung erfragt werden.

Anleitung zur Anlage von Staudenmischpflanzungen [PDF: 40 KB]

Fotostrecke

Außerdem wurden von den Mitgliedern der „Arbeitsgruppe Innenstadt“ zwei Rasenflächen ökologisch aufgewertet, in dem diese zu Blumenwiesen umgestaltet wurden.

Die beiden Flächen sollen nach Aussaat einen schönen Blühaspekt zeigen. Wichtig ist aber besonders, dass die Flächen für heimische Schmetterlings- und Wildbienenarten eine Nahrungsgrundlage bieten. Auch für Säugetierarten wie den Igel oder verschiedene Vogelarten bieten die Flächen Schutz und Nahrungsangebot.

Herstellung der Flächen:

Die Flächen wurden zuerst gefräst, sodann die Rasenplaggen per Hand abgesucht und abschließend glatt geharkt. Die Einsaat erfolgte mit der Wildsaatgutmischung Nr. 13 „Blumenrasen, Kräuterrasen“ von Rieger-Hofmann. Diese Mischung vermittelt zwischen der hochwüchsigen Blumenwiese und dem einheitsgrünen Zierrasen.

Schafgarbe, Wiesen-Schaukraut, Heidenelke, Wiesen-Labkraut, Echtes Labkraut, Frühlings-Schlüsselblume, Braunelle, Wiesen-Salbei, Leimkraut, Thymian und Ehrenpreis gehören u.a. zu den eingesäten Arten.

Die Flächen befinden sich zum einen am Parkplatz Schützenstraße und zum anderen im
1. Löhner Bürgerwald hinter der Tennishalle an der Werrestraße.

Außerdem wurden von den Mitgliedern der „Arbeitsgruppe Innenstadt“ zwei Rasenflächen ökologisch aufgewertet, in dem diese zu Blumenwiesen umgestaltet wurden.

Die beiden Flächen sollen nach Aussaat einen schönen Blühaspekt zeigen. Wichtig ist aber besonders, dass die Flächen für heimische Schmetterlings- und Wildbienenarten eine Nahrungsgrundlage bieten. Auch für Säugetierarten wie den Igel oder verschiedene Vogelarten bieten die Flächen Schutz und Nahrungsangebot.

Fotostrecke