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Präventions- und Beratungsstelle "Strohhalm"

Aufgaben der Präventions- und Beratungsstelle „ Strohhalm“ sind Verdachtsabklärung, Krisenintervention und traumazentrierte Fachberatung der betroffenen Mädchen und Jungen und deren Bezugspersonen bei sexuellem Missbrauch.  Betroffene finden außerdem Unterstützung bei juristischen Schritten ( Anzeige : ja oder Nein, Begleitung zur polizeilichen Aussage etc.)

Vorbeugung gegen sexualisierte Gewalt an Mädchen und Jungen wird u.a. durch Projekte wie dem Theaterprojekt  „Mein Körper gehört mir“ an den Löhner Grundschulen und dem Theaterprojekt „ Die grosse Nein-Tonne“ für den Elementarbereich durchgeführt und durch Teamfortbildungen, Elternabende und Kindersprechstunden begleitet.


Was ist sexueller Missbrauch

  • Sexueller Missbrauch ist jede sexuelle Handlung an, vor oder mit einem Kind. Dabei nutzt der missbrauchende Erwachsene oder Jugendliche seine Autorität, Machtposition oder das Vertrauen des Kindes aus, um seine Bedürfnisse mittels sexueller Handlungen durch zusetzen.
  • Sexueller Missbrauch ist ein Angriff auf die Persönlichkeit eines Kindes und beeinflusst seine gesamte weitere seelische und körperliche Entwicklung, Sexueller Missbrauch ist eine Form von Gewalt ist und nicht eine Form von Sexualität.
  • Die Verantwortung für die sexuellen Übergriffe trägt allein der missbrauchende Erwachsene oder Jugendliche.
  • Sexueller Missbrauch ist in der Regel kein einmaliger und zufälliger Übergriff, sondern eine Wiederholungstat, die oftmals über mehrere Monate oder Jahre andauert.
  • Sexueller Missbrauch an Mädchen und Jungen  wird selten von völlig Fremden verübt. Die Täter gehören meist zum Familien- und Bekanntenkreis der Opfer.
  • Die Täter sind meistens Männer.
  • Die betroffenen Mädchen und Jungen  werden mit Erpressungen, Drohungen, seelischem Druck und körperlicher Gewalt zum Schweigen verpflichtet. Angst, Scham – und Schuldgefühle verhindern häufig, dass sie sich einer Vertrauensperson von dem Missbrauch berichten.
  • Sexueller Missbrauch verursacht bei den betroffenen Mädchen und Jungen  körperliche  und seelische Schäden, die oftmals erst nach Jahren verarbeitet werden können.

Was kann ich tun, um mein Kind gegen sexuelle Übergriffe zu stärken?

Vorbeugung ( Prävention) gegen sexuellen Missbrauch bedeutet, Mädchen und Jungen in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und sie darin zu unterstützen sexuelle Übergriffe zu erkennen, sich zu wehren und Hilfe zu holen. Grundlage ist eine respektvolle Erziehungshaltung Erwachsener gegenüber Kindern sowie eine altersgerechte Sexualaufklärung.

Zu einer präventiven Erziehungshaltung gehört es auch,

  • Kinder in ihren Gefühlen ernst zu nehmen,
  • Kinder zu ermutigen, ihrer Wahrnehmung zu vertrauen,
  • Kindern zu helfen ein positives Körperbewusstsein aufzubauen,
  • Kinder zu ermutigen, Kinder eine eigene Position auch anderen gegenüber zu vertreten und
  • Kindern zu vermitteln, dass Sie ein Recht auf Hilfe durch erwachsene Vertrauenspersonen haben.

Was kann man im Verdachtsfall tun?

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind sexuell missbraucht wird, werden Sie wahrscheinlich heftige Gefühle durchleben wie z.B. neben Zweifeln, Sorge und Traurigkeit auch Ohnmacht und Wut. Sexueller Missbrauch innerhalb der Familie stellt Ihr bisheriges Leben und Ihre Beziehungen grundsätzlich in Frage.

Holen Sie sich die Hilfe von Fachleuten , um Ruhe zu bewahren, Klarheit und Entlastung zu finden und alle weitere Schritte zu planen! Das gilt auch für Nachbarn und Freunde, für alle, die das Gefühl haben, dass ein Kind in Ihrer Umgebung Hilfe braucht.

Schauen und hören Sie nicht weg!

Wenden Sie sich bitte auch zu Ihrer eigenen Unterstützung an die Beratungsstelle für sexuellen Missbrauch „Strohhalm“ oder das Jugendamt! Hier können  Sie auf Wunsch auch anonym und telefonisch über Ihre Wahrnehmung und Befürchtungen sprechen und weitere Schritte klären.

Es ist auf jeden Fall unklug, dem mutmaßlichen Täter von dem Verdacht zu berichten und zur Rede zu stellen. Der Beschuldigte wird sich rechtfertigen und gleichzeitig den Geheimhaltungsdruck auf das betroffene Kind mit psychischer und oft auch körperlicher Gewalt massiv erhöhen, um das Kind zum Schweigen zu bringen. Das Kind hat dann zunächst keine Chance mehr, dass der Missbrauch beendet wird.

Um den Schutz des Kindes sicherzustellen ist es nicht erforderlich, sofort eine Strafanzeige zu erstatten. Eine Anzeige zum verfrühten Zeitpunkt kann ein Kind sehr belasten.

Mein Kind ist missbraucht worden und jetzt? Hilfen für
Eltern

  • Wenn Kinder berichten, sexuell missbraucht worden zu sein, lügen sie in der Regel nicht. Sexuelle Handlungen gehören nicht zu ihrer Lebenswelt .Deshalb glauben Sie Ihrem Kind!
  • Bleiben Sie ruhig, auch wenn es schwer fällt. Panische Reaktionen belasten ihr Kind zusätzlich.
  • Nehmen sie Ihr Kind in allen seinen Gefühlen ernst. Für das Kind ist es eine große Hilfe, wenn es seine Gefühle aussprechen kann.
  • Bedenken Sie, dass es für Ihr Kind besonders schwer sein kann, über seine Erlebnisse zu sprechen, besonders wenn die missbrauchende Person ihm nahe steht.
  • Machen sie Ihrem Kind keine Vorwürfe (etwa: "Warum hast du es mir nicht früher gesagt?") Ihr Kind kann dadurch den Eindruck gewinnen, dass es schuldhaft beteiligt war.
  • Sagen Sie Ihrem Kind ganz deutlich, dass es an dem Geschehenen keine Schuld trifft, sondern dass einzig und allein die missbrauchende Person verantwortlich ist und dass ihm Unrecht geschehen ist.
  • Vermitteln sie Ihrem Kind Sicherheit und Geborgenheit. Überlegen Sie gemeinsam, was Ihr Kind jetzt besonders braucht, um sich sicher zu fühlen.
  • Wenden sie sich an eine Beratungsstelle ( Z.B. Strohhalm) oder das Jugendamt. Dort kann auch geklärt werden ,ob eine Anzeige bereits sinnvoll erscheint oder Ihr Kind noch zu sehr belastet und welche Unterstützung Ihr Kind jetzt braucht.

Angebote der Präventions- und Beratungsstelle Strohhalm

Zielgruppen

  • Mädchen und Jungen  und Jugendliche , die von sexuellen Übergriffen betroffen sind und
  • deren familiäre und professionelle Bezugs- und Vertrauenspersonen
  • MitarbeiterInnen aus unterschiedlichen pädagogischen Berufsfeldern und Institutionen wie Kindertageseinrichtungen , Schulen und offene Kinder- und Jugendarbeit
  • Beratungsstellen
  • Kinderärzte

Angebote für betroffene Mädchen und Jungen

  • Beratung und Unterstützung von betroffenen Mädchen und Jungen
  • Begleitung bei juristischen Angelegenheiten bspw. zur Polizei und im Strafverfahren (Prozessvorbereitung und Prozessbegleitung)

Angebote für Eltern und andere Bezugspersonen:

  • Verdachtsabklärung
  • Beratung für Eltern und Bezugspersonen von betroffenen Mädchen und Jungen
  • ( Anonyme ) Beratung bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch
  • Beratung bei sexuell auffälligem Verhalten von Kindern

Präventionsangebote : Elternabende zu folgenden Themen

  • Sexualaufklärung und altersgerechte Sexualentwicklung
  • „Das ist kein Spiel!“ Doktorspiele und sexuell übergriffiges Verhalten unter Kindern
  • Prävention vor sexuellem Missbrauch: Wie kann ich mein Kind schützen?
  • Interkulturelle Präventionsarbeit
  • Chatten- Aber Sicher! Sexuelle Übergriffe im Internet
  • Konflikt- und Gewaltprävention

Weitere Angebote:

  • Ausleihbarer Präventionskoffer mit Materialien für die pädagogische Arbeit z.B. Literatur, Spiele, Musik
  • Kleine Präsenzbücherei zum Schmökern und Informieren


Für Löhner Einrichtungen sind alle Angebote kostenfrei.

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