Sprungziele
Seiteninhalt
03.06.2022

»Catcalling« ist kein Kompliment - Löhne beteiligt sich an bundesweiter Aktion

Information Icon
Information Icon

Catcalling 1: Pfeif- oder Kussgeräusche, aufdringliche Blicke, anzügliche Sprüche auf offener Straße

Catcalling 2: übergriffige Nachrichten auf Social Media wie „Hey, geiler Arsch“!

Catcalling 3:  ungewollte Konfrontation mit Bildern oder Videos sexuellen Inhalts im Netz

Das sind noch eher harmlose Beispiele für die recht niedliche Bezeichnung „Catcalling“. Der Begriff stammt aus der englischen Umgangssprache und bedeutet in etwa „Katzen-Rufen“: Unter Catcalling werden alle sexuell besetzten Verhaltensweisen bzw. verschiedene Arten der sexuellen Belästigung ohne Körperkontakt im öffentlichen Raum zusammengefasst.

Catcalling hat schlimme Auswirkungen!

„Catcalling“ richtet sich hauptsächlich gegen jüngere Frauen. Belästigungen auf der Straße wirken sich bei Betroffenen körperlich und emotional aus: Sie berichteten von Symptomen wie Muskelverspannungen, Atembeschwerden, Schwindel und Übelkeit sowie starker Angst, z.B. vor Vergewaltigung oder davor, die eigene Privatsphäre nicht schützen zu können.

Catcalling führt dazu, dass Frauen und Mädchen Bereiche im öffentlichen Raum meiden und sich nicht mehr unbefangen in der Öffentlichkeit bewegen.

44 Prozent Frauen und 32 Prozent Männer haben solche sexistischen Angriffe schon erlebt. Das hat eine aktuelle Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ergeben. Die meist berührungslose, aufgedrängte Sexualität ist es derzeit weder ein eigener Straftatbestand noch eine Ordnungswidrigkeit. „Es ist unerträglich, dass Frauen und Mädchen sich nicht unbefangen im öffentlichen Raum bewegen können ohne Belästigungen ausgesetzt zu sein“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Löhne, Monika Lüpke. „Der gutmeinende Hinweis mancher Männer ‚Nimm’s doch als Kompliment‘, ist absurd. Sexuelle Belästigung ist #keinKompliment.“, so Lüpke weiter.

Bundesweite Aktion

Von Juni 2022 bis Mai 2023 ruft die Bundes-Arbeitsgemeinschaft kommunaler Gleichstellungsstellen deshalb Betroffene auf, ihre erlebten Belästigungen zu melden: In Löhne bei der Mailadresse der Gleichstellungsbeauftragten m.luepke@loehne.de. Insgesamt beteiligen sich mehr als 40 Kommunen und Kreise in der Bundesrepublik an der Aktion. Alle Meldungen werden gesammelt und dokumentiert.

Im Juni 2023 sollen diese Übergriffe mit Kreide dann an dem Ort sichtbar gemacht werden, an dem sie stattgefunden haben.

„Wir brauchen mehr Sensibilität für das Thema und wir brauchen Männer mit Zivilcourage, die gegen Catcalling aktiv einschreiten. Gleichzeitig sollen mit der Aktion auch kommunale Entscheidungsträger*innen (z.B. im Bauamt, im Ordnungsamt oder bei der Polizei) darauf aufmerksam gemacht werden, an welchen Stellen in Löhne sogenannte „Angsträume“ sind, also Orte, die für Frauen gefährlich sind.

Seite zurück Nach oben